Zusammenbruch des Erdmagnetfeldes? Was ist dran an dieser Behauptung? - Bauer & Böcker

Zusammenbruch des Erdmagnetfeldes? Was ist dran an dieser Behauptung?

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Die Netzwerke waren voll davon. Überall stand, dass das Magnetfeld der Erde für einen Tag, nämlich am 23. April 2016, zusammengebrochen sei und wir nun mit weltverändernden Katastrophen zu rechnen hätten. Die ganzen nicht belegten Informationen bauschten sich so sehr auf, dass man meinen konnte, der Weltuntergang stünde nun bevor.

Doch was ist dran an dieser Behauptung? Fakt ist, dass das Magnetfeld der Erde existiert, da flüssige Metallströme im Inneren der Erde fließen. Dass diese Ströme auf einmal fest sind und abrupt aufhören zu fließen, ist also mehr als unwahrscheinlich. Trotzdem gibt es ein paar wissenschaftliche Ausführungen, die ich mir mal genauer angeschaut habe.

Der magnetische Nordpol verschiebt sich nämlich jedes Jahr um 50 Kilometer, das bedeutet, dass sich das Magnetfeld wirklich verändert und in einigen Regionen der Welt die Feldstärke mehr abnimmt als in anderen.  Weltweit hat die Stärke des Magnetfeldes seit 1979 übrigens um 1,7 % abgenommen.

Wissenschaftler haben ermittelt, dass das irdische Magnetfeld durchschnittlich alle 200.000 Jahre tatsächlich kippt. Sollte dies in absehbarer Zeit passieren, müsste die Erde bis zu 10.000 Jahre ohne Magnetfeld auskommen. Die genauen Folgen sind heute noch nicht klar, aber es wird spekuliert,  dass es für Tiere, die sich am Magnetfeld orientieren, beispielsweise Zugvögel oder Brieftauben, problematisch sein könnte. Wir würden am Boden durch die Lufthülle vor stärkerer kosmischer Höhenstrahlung geschützt, allerdings könnte die erhöhte Strahlenbelastung beim Fliegen durchaus eine Rolle spielen.

Wie dem auch sei, funktioniert unser irdisches Magnetfeld trotz wildester Spekulationen noch ganz gut und daher werde ich mir jetzt mal anschauen, ob unsere Magnete ihren Magnetismus genauso gut halten können.

Grundsätzlich behalten Neodym- und Ferrit-Magnete, Magnetfolien und –Bänder ihre Anziehungskraft unter normalen Umständen fast unbegrenzt. Allerdings können äußere Faktoren zu Verlust der Magnetkraft führen.

Beispielsweise sollten andere starke Magnetfelder, wie die von Elektromagneten oder starken Neodym-Magneten, gemieden werden, da dies zu einer Ent- oder Ummagnetisierung  führen kann. Der Werkstoff AlNiCo ist sehr empfindlich was Gegenfelder betrifft. Liegt neben einem AlNiCo Magneten ein stärkerer Magnet, so werden die Feldlinien durcheinander gewirbelt und der Magnet bekommt eine neue Aufladung, die dann eine Schwächung des Magneten bewirkt. Also diesen Magneten auf jeden Fall separat von anderen Magnetsorten lagern. Generell ist es besser Magnetmaterialien getrennt  voneinander aufzubewahren.

Auch Hitze und Kälte können den Magneten zu schaffen machen. Ferrit Magnete dürfen maximal 250°C heiß werden, Neodym Magnete sogar nur maximal 80 °C. Ferrit Magnete sind zudem kälteempfindlich und verändern bzw. verlieren ihren Magnetismus bei einer Temperatur ab -40°C. Beachtest du diese Hinweise, steht einer lebenslangen Beziehung mit starker Anziehungskraft  nichts mehr im Wege.

Feldlinien

 

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